GESCHICHTE

Schweizer Schokolade: Exportschlager erster Stunde

«Reibsaal» einer Schokoladefabrik am Ende des 19. Jahrhunderts: Hier wird der geröstete Kakao gemahlen und gemischt.
«Reibsaal» einer Schokoladefabrik am Ende des 19. Jahrhunderts: Hier wird der geröstete Kakao gemahlen und gemischt.

Die Jahre zwischen 1890 und 1920 waren eine wahre Blütezeit der schweizerischen Schokoladeindustrie. Sie fiel mit der grossen Zeit des schweizerischen Tourismus zusammen. Angehörige der obersten Gesellschaftsschichten aus aller Welt, die ihre Ferien in der Schweiz verbrachten, lernten hier die Schweizer Schokolade kennen und schätzen und brachten deren Ruf in ihre Heimatländer mit. 

Zu dieser Zeit war die Schokoladen den oberen Schichten vorbehalten. Und die Schweiz war erst auf dem Weg vom europäischen Entwicklungsland zum späteren Wohlstand. Der beschränkte Heimmarkt war bei weitem zu klein, um die Produktion der Schweizer Schokoladefabriken aufzunehmen. Diese stieg von geschätzten 13 000 Tonnen um 1905 auf 40 000 Tonnen im Jahr 1918. Bis zu drei Viertel dieser Schokolade wurden im Export abgesetzt. Bis zu drei Viertel der Schweizer Schokolade wurden im Export abgesetzt. So wurde die kleine Schweiz zu einer Schokolade-Weltmacht. Im Jahre 1912 betrug der Anteil am Schokolade-Weltexportmarkt beeindruckende 55 Prozent.

«Wickelsaal» am Ende des 19. Jahrhunderts. Hunderte von Frauen verpacken die geformten Schokoladen in Stanniol und bunt bedruckte Papiere. Automaten kamen erst nach dem ersten Weltkrieg zum Einsatz.
«Wickelsaal» am Ende des 19. Jahrhunderts. Hunderte von Frauen verpacken die geformten Schokoladen in Stanniol und bunt bedruckte Papiere. Automaten kamen erst nach dem ersten Weltkrieg zum Einsatz.
Arbeitsräume einer Schokoladenfabrik am Ende des 19. Jahrhunderts
Arbeitsräume einer Schokoladenfabrik am Ende des 19. Jahrhunderts