HINTERGRUND

Die Schokoladebranche übernimmt Verantwortung

Nationale und internationale Projekte machen die Schokolgadebranche nachhaltig.
Nationale und internationale Projekte machen die Schokolgadebranche nachhaltig.
Anja Walker

In Sachen Nachhaltigkeit hat sich in der Schokoladebranche sehr viel getan – auch dank zahlreichen lösungsorientierten Schweizer Ideen und Projekten. Das beweist auch der Osterhase. 

Ostern steht vor der Tür. Und Ostern ohne Schoko-Osterhasen, das ist wie Weihnachten ohne Weihnachtsbaum. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten legen Wert auf nachhaltig und fair produzierte Schoggi. Auch die beiden Schweizer Grossverteiler Migros und Coop setzen auf faire und nachhaltige Oster-Schokolade.

Chocolats Halba verwendet Fairtrade-Schokolade (Quelle: Coop).
Chocolats Halba verwendet Fairtrade-Schokolade (Quelle: Coop).
Coop bietet zudem Osterhasen aus Bio-Schokolade an (Quelle: Coop).
Coop bietet zudem Osterhasen aus Bio-Schokolade an (Quelle: Coop).
Der Schoggi-Osterhase von Chocolat Frey ist mit dem UTZ-Nachhaltigkeits-Label zertifiziert (Quelle: Migros).
Der Schoggi-Osterhase von Chocolat Frey ist mit dem UTZ-Nachhaltigkeits-Label zertifiziert (Quelle: Migros).

Doch nicht nur die Oster-Schokolade ist nachhaltiger geworden. Mit Projekten und Initiativen auf der ganzen Welt hat die Schokoladebranche ihre Aufgaben im Bereich Nachhaltigkeit aktiv angepackt und viel erreicht. Zahlreiche lösungsorientierte Projekte für mehr Nachhaltigkeit stammen dabei von der Schweizer Schokoladindustrie oder von einzelnen Schweizer Schoggi-Firmen. 

Vorbildliche Projekte aus der Schweiz

Vor gut einem Jahr wurde die Schweizer Kakaoplattform ins Leben gerufen. Daran beteiligt sind 41 Akteure aus der gesamten Wertschöpfungskette: Hersteller, Importeure, Händler, Bund, NGOs, Forschungsinstitutionen sowie der Branchenverband Chocosuisse. «Wir wollen erreichen, dass bis zum Jahr 2025 80 Prozent des in die Schweiz importierten Kakaos aus nachhaltigen Quellen stammt», sagt Geschäftsführerin Christine Müller. 

Auch die einzelnen Schweizer Firmen setzten sich mit zahlreichen neuen Initiativen und Projekten für mehr Nachhaltigkeit ein. Zwei Beispiele: Im Rahmen des Projekts FINCA fördert Chocolats Halba seit 2016 in Ecuador den schonenden, biologischen Mischanbau von Kakao in Ecuador. Chocolats Frey bezieht ihre Kakaobohnen seit 2012 direkt von der Kooperative Necaayo in der Elfenbeinküste. Diese Partnerschaft ermöglichte bereits den Bau von mehreren Wasserpumpen, eine Schulerweiterung sowie den Bau einer Krankenstation für 2'500 Menschen.

Internationale Lösungen für mehr Nachhaltigkeit

Nebst den vorbildlichen nationalen Projekten, hat sich auch die internationale Zusammenarbeit zwischen den Akteuren aus Wirtschaft, Regierung und Zivilgesellschaft stark verbessert. 

An der Klimakonferenz 2017 in Bonn gründeten die Elfenbeinküste, Ghana und Kolumbien die Cocoa and Forest Initiative. Es gelang ihnen, 32 der grössten Kakaoverarbeiter und Schokoladehersteller ins Boot zu ziehen. Die Mitglieder verpflichten sich, keine neuen Waldflächen mehr für die Kakaoproduktion zu roden. Bereits gerodete Wälder werden wiederhergestellt. Zudem sollen eine nachhaltige Kakaoproduktion und Existenzgrundlage für die Bauern sichergestellt werden. Den Initianten ist es Ernst: Im März 2019 veröffentlichten sie Aktionspläne, die konkrete Schritte zur Beendigung der kakaobedingten Entwaldung in Ghana und der Elfenbeinküste aufzeigen. 

Die Cocoa and Forest Initiative ist nicht die einzige internationale Initiative für nachhaltigen Kakao: Im April 2018 verabschiedeten die 1'500 Teilnehmer der Weltkakaokonferenz die Berliner Erklärung, in der sie eine nachhaltige Entwicklung der Branche fordern.