HINTERGRUND

Innovativ & nachhaltig: 5 Beispiele aus der Schweizer Schoggi-Startup-Szene

Die Schweizer Schokoladenbranche zeichnet sich durch innovative, nachhaltige Jungunternehmen aus.
Sabina Sturzenegger
Autorin ESPRITCHOCOLAT.CH

Sie heissen Schöki, La Flor oder Garçoa, sie sind lokal, klein und schreiben sich Nachhaltigkeit und Fairness auf die Fahne.

Geht es um Startups und Crowdfunding, denken die meisten zuerst an Technologie-Firmen und Internet-Buden. Bei den Neugründungen mischen aber Unternehmen aus der Lebensmittel-Industrie kräftig mit. Bier brauen, Kaffee rösten oder Schokolade herstellen im Kleinstbetrieb ist zwar nicht ganz einfach, liegt aber im Trend.

Insbesondere die Schokolade hat es den Jung-Unternehmerinnen und -Unternehmern in der Schweiz angetan. Hier gilt: Lokal, nachhaltig und fair. Die meisten Hersteller spezialisieren sich auf sogenannte «Bean to Bar»-Produkte. Das bedeutet, dass die Hersteller direkt bei den Kakaobauern vor Ort ihre Bohnen kaufen und sie anschliessend zur fertigen Tafel verarbeiten. Das Ziel: Den einmaligen, typischen Geschmack direkt ins Produkt zu bringen.

1. Schöki: Hauptsache fair und nachhaltig

Da wäre zum Beispiel Schöki: Auslöser für die Gründung dieser Kleinst-Schoggi-Fabrik aus Luzern soll eine Podiumsdiskussion zum Thema «Armut der Kakaobauern und Kinderarbeit» gewesen sein. Was tun?, hatte sich der nachmalige Schöki-Gründer Florian Studer gefragt, und bald entschieden, selber eine faire und transparente Schokolade zu lancieren. Innerhalb eines Jahres wurden Konzepte und Businesspläne verfasst, an Ostern 2017 startete das Crowdfunding.

Die Zusagen für das Startkapital von 36’000 Franken gingen rasch ein, der Traum einer fairen und gleichzeitig leckeren Schokolade mit Kakao aus Uganda stand vor der Verwirklichung.

 

Bild: Schöki
Bild: Schöki

2. Choba Choba: Die Grössten unter den Kleinen

Das Bemühen um Fairness und Nachhaltigkeit eint die neuen Kleinstproduzenten. Oftmals kennen die Hersteller die Kakaobauern persönlich und haben sie schon besucht. Bei Choba Choba, einer der bislang grössten Erfolgsstories aus der Schweiz, sind die Kakao-Bauern sogar direkt an der Firma beteiligt.

Insgesamt 35 Bauernfamilien mit Kleinstbetrieben aus der Region Alto Huayabamba in Peru liefern den Kakao. Die Bio-Milch kommt aus dem Entlebuch, produziert wird in Bern. Die Schokolade bezieht man im Abonnement. Alle zwei Monate erhalten die Kunden von Choba Choba eine Box mit drei Tafeln exklusiver, jeweils nur einmal hergestellter Schokolade geliefert.

Bild: Choba Choba
Bild: Choba Choba

Garçoa: Ohne Zusatzstoffe

Im weniger grossen Stil produziert zurzeit noch die Zürcher Manufaktur Garçoa. Die beiden Agronomen Fränzi Akert und Andreas Brechbühl wollten eine reine und unverfälschte Schoggi ohne Zusatzstoffe herstellen. «Das garantiert, dass ausschliesslich der Geschmack der Kakaobohnen in unserer Schokolade steckt, und trotzdem jede Tafel ganz anders schmeckt», heisst es in ihrem Mission-Statement auf der Website.

Bild: Garçoa
Bild: Garçoa

4. Fabian Rehmann: Pionier unter den Kleinproduzenten

 Um diesen universellen Geschmack geht es auch bei Fabian Rehmann aus Basel: Als einer der Ersten hierzulande produzierte Rehman Schoggi, die besonders schmecken sollte. Er ist überzeugt, dass Schokolade noch viel mehr zu bieten habe als das, was heute in den Supermarkt-Regalen steht.

Bild: Fabian Rehmann
Bild: Fabian Rehmann

5. La Flor: Craft Schokolade aus Zürich

Innovative Kleinst-Schokolade-Produzenten sind im Trend: Das zeigt auch das Beispiel der Schokoladenmanufaktur La Flor aus dem Zürcher Binz Quartier. Die Gastronomin Laura Schälchli und ihr Team experimentierten zuerst in der eigenen Küche. Das Ziel: Eine Schoggi aus charakterstarkem Kakao, natürlichen Zutaten und ohne Zusatzstoffe. «Kakaobohnen enthalten über 600 Aromakomponenten», erkärt Schälchli. «Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden aufzeigen, welche Nuancen es gibt und wie man Schokolade am besten lagern und geniessen kann. La Flor verkauft deshalb nicht nur Tafelschokolade, sondern bietet auch Workshops und Degustationen an.

 

Bild: Lukas Lienhard
Bild: Lukas Lienhard