PORTRAIT

Chocolats du Monde, der «Kellermeister der Schokolade»

Chocolats du Monde: Joris Vaucher und Nicolas Filippov
Chocolats du Monde: Joris Vaucher und Nicolas Filippov

Es ist einfacher, traditionell gebrautes Bier aus verschiedenen Kantonen zu finden, als Kreationen von Chocolatiers aus unterschiedlichen Regionen. Und das, obwohl die Schweiz ein Schoggiland ist. Im Herbst 2017 hat Joris Vaucher entschieden, dass er diese Tatsache ändern will. Noch während er überlegte, wie er sein Vorhaben in die Tat umsetzen könnte, lernte er Nicolas Filippov kennen.

Nicolas ist Blogger, Reisender und leidenschaftlicher Verkoster. Seinen Gaumen hatte er bereits mit Tee ausgebildet und trainiert, bevor er sich der hochwertigen Schokolade zugewandt hat. «Bei jedem Arbeitsplatzwechsel habe ich statt dem traditionellen Abschiedsapéro eine Schokoladenverkostung organisiert», erzählt Nicolas lachend. «Die Überlegung von Joris hat mich sofort angesprochen: Verschiedene Weinkeller bieten Wein, Bier oder ausgewählte Spirituosen aus aller Welt an. Warum sollte man das nicht auch mit Schokolade machen?»

Viele Chocolatiers arbeiten mit denselben Glasurherstellern zusammen. Joris und Nicolas wollten jedoch eine neue Auswahl an individuellen Produkten anbieten. So entdeckten die beiden Partner die Bean-to-Bar-Schokolade für sich. Bean-to-Bar erfordert das Beherrschen der gesamten Produktionskette, von der Bohne bis zum Endprodukt. Das gibt der Schokolade Persönlichkeit. «Mit der Bean-to-Bar-Methode können ausserdem sehr kleine Mengen an Schokolade produziert werden. Dies ist mit den herkömmlichen Glasuren nicht möglich», so Nicolas.

Mit dem neu erworbenen Wissen entwickelten die Unternehmer ihr Konzept «Caviste du Chocolat» (dt. «Kellermeister der Schokolade»). Sie organisieren regelmässig Workshops und Verkostungen zu verschiedenen Schoggi-Themen. Insgesamt bieten Nicolas und Joris zehn Bean-to-Bar-Marken an. Auch Geschenkboxen sind bei «Caviste du Chocolat» erhältlich. Diese werden in den geschützten Werkstätten des «Etablissement Public pour l’Intération de Genève» (dt. Öffentliche Einrichtung für Integration Genf» hergestellt. Dabei ist Joris und Nicolas nicht nur der soziale Gedanke wichtig. Auch die Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle: Das Papier der Tragetaschen besteht aus Kakaofasern. So werden die Abfälle wiederverwertet, die bei der Verarbeitung von Kakao zu Schokolade entstehen.

Die beiden haben grosse Pläne. Sie möchten ein Ladenlokal und einen Schokoladen-Salon in Genf zu eröffnen. Hier wollen sie ihre Bean-to-Bar-Selektion anbieten und Kunden auf eine Entdeckungsreise schicken, bei welcher sie die Geschmacksakkorde mit Tee, Whisky, Kaffee oder Wein erleben können.

Verkostung und Erstellung Degustationsnotizen
Verkostung und Erstellung Degustationsnotizen
Schoggimosaik
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Schoggi und Wein
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