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Schoggi: «Ein nationales Symbol»

Urs Furrer ist Direktor von Chocosuisse und Geschäftsleiter der Schweizerischen Stiftung der Kakao- und Schokoladewirtschaft. Bild: Chocosuisse
Urs Furrer ist Direktor von Chocosuisse und Geschäftsleiter der Schweizerischen Stiftung der Kakao- und Schokoladewirtschaft. Bild: Chocosuisse

Chocosuisse-Direktor Urs Furrer zeigt auf, warum Schweizer Schokolade zur Identität unseres Landes gehört. 

Schweizer Schokolade gehört zu jenen Produkten, die am häufigsten mit der Schweiz assoziiert werden. Sie ist ein typisches Schweizer Symbol, ein Stück nationale Identität. Wie ist dies möglich, wo doch der wichtigste Rohstoff von Schokolade, der Kakao, nur in tropischen Gebieten, weit weg von der Schweiz, wächst?

Drei Schweizer Erfindungen

Die Antwort auf diese Frage reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück und zeigt, dass die Erfolgsgeschichte unserer Schokolade mit drei Schweizer Erfindungen begann: mit dem «Mélangeur», mit welchem Philippe Suchard zum ersten Mal die Vermengung von Kakao und Zucker gelang, mit der von Rodolphe Lindt erfundenen Technik des «Conchierens», die der Schokolade noch heute ihre zartschmelzende Struktur verleiht, und mit der Erfindung der Milchschokolade durch den Schweizer Unternehmer Daniel Peter. Nach diesen drei wichtigen Erfindungen erlebte die Schweizer Schokoladeindustrie einen rasanten Aufstieg.

Qualität, Innovationen, Leidenschaft

Heute nimmt der Konsum von Schokolade in der Schweiz im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein. Im Jahr 2017 betrug er rund elf Kilogramm pro Kopf, wovon der mit Abstand grösste Teil auf Schweizer Schokolade entfiel. Aber nicht nur wir Schweizerinnen und Schweizer lieben unsere Schokolade. Über 60 Prozent der hierzulande produzierten Schokolade gehen in den Export. Der wichtigste Exportmarkt ist Deutschland, gefolgt von Grossbritannien und Frankreich. 

Die Schweizer Schokolade geniesst heute weltweit einen ausgezeichneten Ruf. Basis des süssen Erfolgs sind die sorgfältige Auswahl und Verarbeitung von qualitativ hochstehenden Rohstoffen, die laufende Entwicklung neuer Produkte, die permanente Verbesserung der Herstellungsverfahren sowie bestens qualifizierte Berufsleute, die ihr Metier jeden Tag mit viel Freude, Leidenschaft und Know-how und unter Befolgung strengster Qualitätsanforderungen ausführen.

Erfolgreiche Missbrauchsbekämpfung

Der Erfolg der Schweizer Schokolade rief schon früh Nachahmer auf den Plan. So begannen bereits vor über hundert Jahren ausländische Schokoladehersteller damit, ihre Schokoladen mit Schweizer Symbolen anzupreisen. Die im Jahr 1901 gegründete Genossenschaft Chocosuisse bekämpft seit Jahrzehnten erfolgreich auf der ganzen Welt solche Missbräuche.

Heute ist Chocosuisse Inhaberin der Marke «Schweiz» für Schokolade und schützt weltweit in derzeit über hundert Fällen vor Markenämtern und Gerichten den guten Ruf der Schweizer Schokolade vor Trittbrettfahrern. Grundlage dieses Engagements ist eine Branchenvereinbarung, die vorschreibt, dass die Herkunftsbezeichnung Schweiz nur für Schokolade benutzt werden darf, die vom Kakao bis zur fertigen Schokolade vollständig in der Schweiz hergestellt wurde.

Swissness = Herstellung in der Schweiz

Das Beispiel der Schweizer Schokolade zeigt, dass eine Stärke unserer Nahrungsmittelindustrie in der Verarbeitung von ausländischen Rohstoffen in der Schweiz liegt. Die «Swissness» dieser Produkte bezieht sich auf das «Swiss Made» im wörtlichen Sinn. Das heisst: Ausschlaggebend dafür, ob eine Schokolade eine Schweizer Schokolade ist oder nicht, ist die Antwort auf die Frage, ob die Schokolade vollständig in der Schweiz hergestellt wurde oder nicht. Darin liegt der Schlüssel zum süssen Erfolg der Schweiz. Und darauf können sich die Liebhaberinnen und Liebhaber der Schweizer Schokolade auch in Zukunft verlassen.